|
Wietmarschen-Lohne.
Manche Bemerkungen führen in den Tod. "Deutschland
kann den Krieg
nicht gewinnen, Russland ist zu groß", sagte
August Perk 1943 zu einer
Nachbarin
in Nordhorn.
Die Frau denunzierte den aus
Lohne stammenden Mann, der ab 1940 bei Rawe
in Nordhorn arbeitete. Die Nazis sperrten ihn ein. Perk
überstand die Strapazen
der Haft nicht. Der gläubige Katholik starb am 12.
Mai 1945 in einem Braunschwei-
ger Krankenhaus im Alter von 47 Jahren. Was August Perk
Schreckliches als Sol-
dat im Ersten Weltkrieg erlebte, hat der weltbekannte Schriftsteller
Erich Maria Re-
marque (1898 - 1970) in seinem Buch "Im Westen nichts
Neues" verarbeitet. Das
Werk wurde in über 50 Sprachen übersetzt und gilt
mit geschätzten Verkaufs-
zahlen zwischen 15 und 20 Millionen als eines der meistgelesenen
Bücher in der
ganzen Welt. Remarque war vom 1. August 1919 bis zum 31.
März 1920 Jung-
lehrer in Lohne.
Mit Perk, der damals in einer Schmiede arbeitete, traf er
sich häufig. Der Lohner
berichtete dem Lehrer stundenlang von seinen Kriegserlebnissen.
Perk galt als
eigenwillig und eigenbrötlerisch. Sein Name steht auf
einer Plakette im Krieger-
ehrenmal, die der Schützenverein Lohne am 6. Juni 2006
anbrachte.
Hermann Nüsse, SPD-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat
Wietmarschen,
setzt sich seit längerem dafür ein, dass in Lohne
eine Straße nach August Perk
benannt wird. Ggenüber unserer Zeitung erklärte
Nüsse zur Begründung: "Meines
Wissens ist August Perk der einzige Bürger aus Lohne,
der Widerstand im Drit-
ten Reich leistete." In der Ratssitzung im Dezember
beantragte Nüsse, dass eine
Straße im neuen Baugebiet Schafweg den Namen August
Perks tragen soll. In
der Nähe des Baugebietes mit 81 Plätzen befand
sich das Geburtshaus. Mit der
CDU-Mehrheit wurde der Antrag abgelehnt. Stattdessen werden
die Straßen nach
heimischen Wildtieren benannt, und zwar Fuchsweg, Iltisweg,
Marderweg, Wie-
sel weg, Dachsweg und Igelweg.
Bürgermeister Alfons Eling und Ratsfrau Monika Wassermann
(beide CDU) bestä-
tigen, dass in interfraktionellen Gesprächen erörtert
werden soll, ob und welche
Möglichkeiten es gibt, sich an August Perk und andere
Bürgerinnen und Bürger an-
gemessen zu erinnern. "Dazu sind umfangreiche Recherchen
erforderlich", betonte
Eling. Es hätte keinen Sinn gemacht, aus dem Lamäng
heraus eine August-Perk-
Straße zu benennen, meint Frau Wassermann. In der
Ratssitzung hatte CDU-Rats-
herr Reinhold Hilbers vorgeschlagen, den Heimatverein Lohne
in die Recherchen-
arbeit einzubeziehen.
Lohnes Pfarrer Reinhard Trimpe verweist darauf, dass August
Perk in Lohne nicht
uneingeschränkte Zustimmung genossen habe und ein Mann
mit Ecken und Kan-
ten gewesen sei. "Das war ein Franz von Assisi mit
Sicherheit aber auch"...
.
Lesen
Sie weiter
|